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Beziehungsfähigkeit: Ist mein potentieller Partner beziehungsfähig?

Beziehungsfähig – oder nicht? Manchmal trennen sich Menschen immer und immer wieder. Manchmal kommt dann der Gedanke auf, ob man denn überhaupt beziehungsfähig sei – und ob sich das vielleicht trainieren ließe. Die gute Nachricht lautet: Das Handwerkszeug für eine dauerhafte, glückliche Beziehung zu anderen Menschen lässt sich durchaus trainieren.

Ohne Bindung keine Beziehungsfähigkeit. Wie so vieles im Leben hängt auch die Fähigkeit für Beziehungen davon ab, welches Handwerkszeug man in der Kindheit erhalten hat. Wer feinfühlige, aufmerksame Eltern in einer glücklichen Beziehung erleben durfte, hat meistens schon die nötigen Fähigkeiten parat, um langfristige Beziehungen einzugehen.

Beziehungsfähigkeit: Ist mein potentieller Partner beziehungsfähig? © iStock

Denn wichtige Eigenschaften wie

  • Vertrauen schenken
  • auf andere achten
  • Konflikte ertragen und lösen
  • Gefühle zeigen und über Gefühle sprechen
  • Liebe und Fürsorge zeigen

erleben Kinder meist zuerst im Elternhaus. Sicher gebundene Kinder testen sich innerhalb der Familie aus und proben, wie man mit Konflikten umgeht, wie sich Fürsorge anfühlt oder wie man eigene Bedürfnisse und Wünsche äußert.

Bedürfnisse sind elementar: Jeder Mensch hat die gleichen Grundbedürfnisse wie ausreichend Schlaf, Essen, Trinken, Sicherheit und Nähe. Insbesondere bei Babys und Kindern sollten die Grundbedürfnisse immer erfüllt sein. Der letzte Punkt wird da oft unterschätzt, aber er ist der Punkt, der im späteren Erwachsenenleben noch besonders lange schmerzt, wenn er in der Kindheit nicht ausreichend bedacht wurde. Wünsche dagegen sind individuell. Wer diese Unterscheidung schon als Kind erkennt und erlebt, hat in der Partnerschaft später einen leichteren Stand. Dann lässt sich viel eher erkennen, ob die Partnerin oder der Partner da gerade einen Wunsch äußert oder ein Bedürfnis hat, für dessen Erfüllung er auf den Herzensmenschen angewiesen ist. Ein recht üblicher Satz in einer Partnerschaft wäre etwa: „Kannst du bitte pünktlich aus der Arbeit heimkommen?“

Das kann der schlichte Wunsch sein, weil das Essen sonst kalt wird oder abends ein gemeinsamer Termin ansteht. Es kann sich aber auch um ein Grundbedürfnis handeln: „Ich brauche mehr Zeit mit dir, weil ich mich einsam fühle.

Während Kinder ihre Bedürfnisse und Wünsche noch sehr deutlich zeigen und äußern, verliert sich diese Fähigkeit im Erwachsenenalter immer mehr. Wir trainieren, möglichst höflich miteinander umzugehen und lassen Bedürfnisse unerfüllt, weil wir sie in ihrer Bedeutung gar nicht mehr wahrnehmen. Manchmal wird diese seltsame Leere im Inneren gefüllt mit anderen Dingen. Dann erfüllt man sich materielle Wünsche, statt sich mit dem eigentlichen Bedürfnis auseinander zu setzen.

Beziehungsfähig: Kleine Hilfestellung beim Online-Dating

Ob jemand beziehungsfähig und damit zu einer langfristigen Bindung bereit ist, das lässt sich leider nicht an der Nasenspitze ablesen.

Allerdings kann man beim ersten Date durchaus das eine oder andere interessante Thema anschneiden und schauen, welche Antworten dabei herauskommen.

  1. „Erzähl mir was von deiner Familie und deinen Freunden!“
  2. Jemand mit einer liebevollen Kindheit, mit einem innigen Kontakt zur Familie und zu Freunden hat wahrscheinlich kaum Schwierigkeiten damit, sich intensiv zu binden.

    Wer dagegen in der Kindheit nie erlebt hat, wie man Vertrauen schenkt und Gefühle ausdrückt, hat eher Schwierigkeiten, sich in einer ernsthaften Beziehung einzufinden. Ist man sich dieser fehlenden Kenntnisse bewusst, lässt sich damit aber arbeiten.

  3. „Was machst du, um dich fit zu halten?“
  4. Diese Frage zielt darauf ab, ob die- oder derjenige Team- oder Individualsportarten lieber mag. Auch Vereinstätigkeiten oder Hobbys geben gute Hinweise darauf, ob jemand gern Zeit mit anderen verbringt. Im Gespräch ergibt sich dann ja meistens, wie die Hobbys erlebt werden.

    Nur weil jemand lieber allein seine Runden im Park joggt, ist man natürlich nicht gleich beziehungsunfähig. So mancher, der tagein und tagaus mit vielen Menschen zu tun hat, braucht diese Möglichkeiten zum Abschalten.

  5. „Wie sind deine bisherigen Beziehungen zu Ende gegangen?“
  6. Eine gefährliche, aber auch sehr aufschlussreiche Frage für die ersten Gespräche mit der oder dem potenziellen Traumpartner. Denn wie jemand über vergangene Beziehungen spricht, zeigt viel von seinem Charakter. Sind die Exen alle Schuld am Ende der Partnerschaft? Spricht das Date gar richtig schlecht über die vergangenen Partner? Auch wenn schwelender Ärger verständlich ist – vor einem neuen Date über die Verflossenen zu schimpfen, ist kein gutes Zeichen.

    Für die Bindungsfähigkeit spricht übrigens, wer die eine oder andere längere Beziehung vorweisen kann. Ist ein Mittdreißiger aber kaum über wenige Monate Beziehungsdauer hinausgekommen, sollte man noch mal genauer hinschauen.

  7. „Was machst du beruflich?“
  8. Klar, das ist so oder so interessant. Jemand mit einer klaren Zielstellung, mit Freude am Job und der Tendenz, Jobs länger als nur ein paar Monate zu behalten, schneidet in Bezug auf seine Beziehungsfähigkeit ganz gut ab.

    Berufswünsche umgesetzt bekommen. Wie schon bei der Teamsportfrage ist auch ein eher unstetiger Lebenslauf kein Grund, sich um die Beziehungsfähigkeit zu sorgen.

Werkzeugkit für Beziehungen: Konflikte aushalten & Emotionen teilen

Ob man mit der eigenen Kindheit die perfekte Basis für eine glückliche Beziehung legen konnte oder nicht, die nötigen Fähigkeiten für Beziehungen lassen sich zum Glück später noch trainieren.

  • Vertrauen schenken:

Manchmal muss man erst einige gute Erfahrungen machen um zu sehen, dass sich Vertrauen auszahlt.Eifersucht und Kontrollsucht als Ausdruck der eigenen Unsicherheit sind dagegen ganz gute Mittel, um Beziehungen zu beenden. Nun trägt in einer Partnerschaft jeder sein Päckchen mit sich herum, manchmal wiegen die Erfahrungen aus vergangenen Beziehungen noch sehr schwer. Dann hilft es, mit dem neuen Herzensmenschen gemeinsam zu überlegen, wie sich in kleinen Schritten Vertrauen einstellen kann.

Vertrauen ist elementar in einer Beziehung. Vertrauen ist elementar in einer Beziehung.  –   © iStock

So mancher wurde in der Vergangenheit oft enttäuscht, musste Betrug und Unzuverlässigkeiten erleben. Der braucht dann vor allem Beständigkeit und Zuverlässigkeit, um neu Vertrauen zu fassen. Wenn es für den Eifersüchtigen in der Beziehung also anfangs nötig ist, genau zu wissen wo sich der oder die Liebste aufhalten und mit wem sie zusammen sind – gut.

Klar muss aber auch sein, dass Vertrauen in und auf den Partner zur Grundlage der gemeinsamen Beziehung gehört und solche recht eingehenden Regeln nicht für immer Bestand haben können.

  • Konflikte aushalten und Kompromisse finden:

Konfliktfähigkeit lässt sich ganz gut trainieren, Führungskräfte gehen recht häufig durch solche Trainings. Angebote von Coaches und Paarberatungen gibt es mittlerweile auch, die sich auf die Kommunikation von Partnern spezialisiert haben. Im Grunde hängt es immer an der Bereitschaft beider Partner, aufeinander zuzugehen. Kommunikation mit „Ich-Botschaften“ ist hilfreich, um in Konflikten sachlich zu bleiben. In Konfliktsituationen kann es auch helfen, einfach die Perspektive zu verschieben. Dem Partner gegenüber mag man seinen Standpunkt schon aus Prinzip nicht verlassen? Dann hilft vielleicht die Frage: „Was würde ich tun, wenn es mein Kind wäre?“ weiter. Instinktiv gehen wir auf Kinder viel einfühlsamer ein, als wir es bei erwachsenen Menschen tun.

Noch ein Punkt ist für diejenigen wichtig, die sich der eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht sehr bewusst sind: Weiß man selbst nicht, was man will und braucht, kann es der Partner noch viel weniger wissen. Die Zauberfrage lautet hier: „Was brauche ich?“ In kritischen Diskussion kann daraus viel schneller eine Lösung entstehen, als dass sie sich durch endlose Streits und Diskussionen ergibt.

  • Gefühle zeigen:

Emotionen, Liebe vor allem, ist das eine, das eine Beziehung am Leben erhält. Nun sind Menschen sehr unterschiedlich und während der eine am liebsten den ganzen Tag über Gefühle spricht, zeigt es der andere vielleicht lieber durch Taten. Findet man eine gemeinsame Ausdrucksform, ist das eine gute Ausgangslage für die Partnerschaft. Sprich: Manchmal muss ER kurz erklären, dass die wortlos hingestellten Blumen ein Ausdruck seiner Liebe sind, genauso wie im Hintergrund erledigten Checks für IHR Auto.

Andersherum hilft es auch direkt, den Partner ganz einfach zu fragen: „Wie geht es dir gerade? Was brauchst du?“

Gingen die bisherigen Beziehungen immer wieder auseinander? Wichtige Eigenschaften wie Vertrauen schenken, Emotionen zeigen oder Konflikte aushalten zu können, die lassen sich auch in Freundschaften „trainieren“, bevor man sich erneut in eine Beziehung stürzt. Ganz langsam kann man so die „Beziehungs-Soft-Skills“ aufbauen und an sich arbeiten. 

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