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Was hat ein erholsamer Schlaf mit guter Partnerschaft zu tun?

Schlaf ist unser Erholungsparadies, unser Jungbrunnen und Stimmungsmacher. Schlaf ist für unser Dasein so wichtig wie Atmen, Trinken und Essen. Schlafdefizite hingegen beeinträchtigen unsere Gesundheit, unser Verhalten und auch unsere Beziehungen.

Wussten Sie,

  • dass Schlafmangel ein wahrer Liebestöter ist und Ihre Beziehung beeinträchtigt?
  • dass unausgeschlafene Frauen und Männer sich anders verhalten, negativer kommunizieren, eher einen Streit mit dem oder der Liebsten provozieren und diesen übelwollender führen?
  • dass Schlafdefizite sich akkumulieren und das Konfliktpotenzial zwischen Menschen erhöhen?

Kurzum: ausreichend und erholsam schlafen tut Liebe und Partnerschaft gut. Denn chronisch unausgeschlafen zu sein schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch den Beziehungen.

Ein Drittel unseres Lebens sollten wir im Schlaf verbringen – so will es die Natur. Im Schlaf hat der Körper Zeit das zu tun, zu dem er untertags nicht kommt. Im Schlaf wird „aufgeräumt“, es werden Wunden geheilt, Zellen erneuert, Haare und Nägel sprießen, Kinder wachsen im Schlaf, Fettpölsterchen werden abgebaut, Erlerntes wird gespeichert und unser Gedächtnis konsolidiert. Wann wir müde werden und der Körper den lebensnotwendigen Schlaf einfordert, wird wiederum von unserer inneren Uhr gesteuert, die uns tagtäglich den Lebenstakt vorgibt.

Paar schläft zufrieden © Getty Images

Viele Menschen jedoch führen ein Leben, das aus dem natürlichen Rhythmus geraten ist. Stress, Lärm, Sorgen, Druck der Arbeitswelt oder aber auch das Schnarchen des Partners können uns den so wichtigen Schlaf rauben. Oft schlagen wir uns aber auch die Nächte freiwillig um die Ohren. Unsere digitalisierte und elektrifizierte Welt ist in dieser Hinsicht unser größter Verführer. Wer sich nächtens Computer, iPad oder Handy widmet, konsumiert Licht einfach zur falschen Zeit. Auch die soziale Ansprache über Facebook, Instagram etc. aktiviert mehr, als wir es uns vorstellen können. Deshalb ist der Griff zum Computer, Handy & Co. während der Nachtstunden keine gute Wahl. Die LED-hinterlegten Screens strahlen zudem viel blaues Licht aus, das das so wertvolle schlaffördernde Hormon Melatonin unterdrückt und uns dadurch anstatt müde wieder munter macht. Chronischer Schlafmangel ist keine Nebensache, sondern kann große Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Doch Schlafdefizite beeinträchtigen auch unser Verhalten und damit unsere Beziehungen. Sie kennen das bestimmt: Bereits nur eine Nacht mit schlechtem oder nicht genügendem Schlaf macht sich körperlich und psychisch bemerkbar. Wir fühlen uns nicht wohl, sind ausgelaugt, kommen vor Schlappheit kaum aus den Federn, die Augen brennen, wir sind übernachtig, körperlich und mental erschöpft, unkonzentriert, betrübter Stimmung und reagieren schnell gereizt. Was wir nach erholsamen Nächten zumeist nebenbei erledigen, wird nun zur Belastung.

Unsere Gesundheit leidet bei chronischem Schlafmangel

Kurzfristige Schlafdefizite äußern sich zunächst in Befindlichkeitsbeschwerden wie Kopfweh, Müdigkeit, Freudlosigkeit, Weinerlichkeit, Unkonzentriertheit, Gereiztheit etc. Halten die Schlafstörungen an und kommt es zu einem chronischen Schlafmangel, so wirkt sich das auch auf Körper und Psyche aus, mit negativen Konsequenzen.

sportliche Frau © Getty Images

Selbst unser Äußeres leidet bei zu wenig Schlaf: Dunkle Augenringe, müde Lider, fahle Haut offenbaren auch unserem Umfeld, dass die große Schlafpause nicht ganz so regenerativ war. Wer sich also nicht regelmäßig und genügend Bettruhe gönnt und damit ausreichend Melatonin produziert, dessen Haut altert auch schneller. Denn Melatonin ist nicht nur ein schlafförderndes Hormon, sondern gleichzeitig unser wichtigstes Antioxidans, das unseren Körper vor freien Radikalen schützt und auch für unsere Hautalterung verantwortlich ist. Das in den Abend- und Nachtstunden ausgeschüttete Melatonin ist obendrein unter den Hormonen ein wahrer gesundheitlicher Tausendsassa.

Ein erholsamer Schlaf ist unsere beste Antiaging-Kur, die uns jeden Morgen mit einem frischen Teint und verführerischem Aussehen belohnt. Auch unsere Augen strahlen nach einer durchschlafenen Nacht Lebensfreude und Aktivität aus. Erholsamer Schlaf hält demnach jung, schön und attraktiv. So schadet zu wenig schlafen nicht nur dem Aussehen und der Gesundheit, sondern hat leider noch weitere nachteilige Nebenwirkungen. Schlechter und zu wenig Schlummer fördert auch Beziehungsstreit.

Paare, die nicht schlafen, streiten mehr

Forscher der Ohio State University wollten herausfinden, wie sich partnerschaftliche Querelen auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken. Dazu befragten Sie für die 2017 veröffentlichte Studie 43 Paare zu häufigen Streitthemen. Die Paare wurden beim Diskutieren gefilmt und deren Verhalten und Reaktionen anschließend analysiert und ausgewertet. Dabei kristallisierte sich ein spannender Nebenaspekt heraus: Wir wissen, dass es in allen Partnerschaften Streitgespräche gibt, die dürfen und sollen auch sein. Doch es macht einen großen Unterschied, wie und in welcher Art und Weise miteinander umgegangen wird. So hat die 2017 veröffentlichte Studie ergeben, dass Paare sich dann besonders feindselig stritten, wenn sie unausgeschlafen waren bzw. nicht genügend Schlaf bekommen haben. Schlafmangel ist demnach in unserer heutigen Leistungsgesellschaft häufig Auslöser für Auseinandersetzungen.

Beziehungsprobleme können aber auch etwas mit den gemeinsamen Nächten im gemeinsamen Bett zu tun haben. Oder anders formuliert: Ein gemeinsames Schlafzimmer tut dem notwendigen Schlummer nicht immer gut.

Schlafbedürfnisse sind sehr unterschiedlich

Laut einer spannenden Studie aus dem Jahr 2007 schlafen Frauen sogar ohne Partner an ihrer Seite viel ruhiger und erholsamer. Männer hingegen schlummern objektiv und subjektiv besser, wenn Sie jemanden neben sich haben. Frauen reagieren generell viel sensitiver auf einen Partner und haben oft einen leichteren Schlaf. Dieses empfindlichere Reagieren auf Umwelt- und Außenreize mag auch mit der Mutter-Kind-Beziehung evolutionsbiologische Gründe haben. Diese Ergebnisse gehen konform mit anderen Studien, wonach über 60% der Frauen unter Schlafstörungen leiden, mehr als doppelt so viele als Männer.

Glückliches älteres Paar © Getty Images

Schlafen im gemeinsamen Bett, das oft mit 1,40 m Breite für viele einfach zu klein ist, und mit nur einer Decke - die nicht selten im Schlaf zwischen den Partnern unbewusst hin- und hergezogen wird -, kann eine echte Herausforderung sein. Aber auch das Schnarchen des Partners, unterschiedliche Bedürfnisse an Raumtemperatur (offenes oder geschlossenes Fenster) und Dunkelheit (Vorhänge zugezogen oder offen) oder eine Doppelmatratze, die sich beim Umdrehen, Aufstehen bzw. Ins-Bett-Gehen des Partners durchgehend bewegt, können ungewollte schlaflose Nächte bescheren und unser Gefühlsleben obendrein ordentlich durcheinander bringen. Wenn jedoch einer der Partner Nacht für Nacht durch den anderen im Schlaf gestört wird und seinen eigenen Schlafbedürfnissen nicht erholsam nachgehen kann, ist das für die Beziehung mit der Zeit eine große Belastung. Wichtig ist, diese nächtlichen Störungen unbedingt mit dem Partner zu besprechen und die eigenen Schlafbedürfnisse offen anzusprechen. „Durch Reden kommen d`Leit z`amm“, heisst es so schön im Volksmund. Und da langfristig nicht erholsamer Schlaf unerfreuliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit und damit auch auf Stimmung und Partnerschaft hat, ist es unabdingbar, dies rechtzeitig anzusprechen. Vielleicht helfen bereits kleine Verhaltensänderungen und andere Hilfestellungen wie ein breiteres Bett, je nach Wärmebedarf getrennte, unterschiedlich warme Decken, ein anders geformter Polster, Ohrstöpsel oder Socken gegen kalte Füße, um den Partner vor unliebsamen, überraschenden kalten Berührungen zu schützen. Sex vor dem Einschlafen tut bekannterweise beiden Partnern gut. Kuschelrunden und Geschlechtsverkehr fördern nicht nur die Nähe und die Ausschüttung von Oxytocin, sondern wirken sich auch positiv auf die Schlafqualität aus.

Wenn alle kreativen Ideen jedoch nichts nützen, so sind selbstverständlich auch getrennte Schlafzimmer eine Option. Denn es geht bei unserem Schlaf nicht um eine Banalität und Zeitvergeudung, sondern um Ihre Erholung, Regeneration und um Ihre tagtäglichen Selbstheilungprozesse, die sich nur im nächtlichen Schlaf einstellen. Schlaf ist Ihre größte Pause im alles fordernden Alltag!

Und keine Angst: Getrennte Betten sagen nichts über Ihre Beziehung aus! Eine Partnerschaft kann sogar besser funktionieren, wenn die Partner ihren eigenen Raum zur Schlaf- und Traumentfaltung haben. Mit separaten Schlafräumen können beide Partner ihrem erholsamen Schlaf frönen. Zudem kann die Frage „Gehen wir zu Dir oder zu mir?“ Ihrer Beziehung immer wieder einen erfrischenden Beziehungskick verleihen!

Dr. Elke Doppler-Wagner
Schlaf-Coach, zert. Chronotrainerin für Stressbewältigung und Burnout-Prävention,
eingetr. Mediatorin, HRF-Messungen/ChronoCord®
email@edw.info 0676/9303779
www.edw.info

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